Das Unschlitthaus
Ein Rundgang durch die mittelalterliche Altstadt Nürnbergs
Der Rundgang mit Deiner Bekannten Gret führt Dich von der Stadtmauer am Hallertor zum Unschlittplatz und Unschlitthaus, von dem Gret erzählte, dass dort Talg (Unschlitt) verkauft wird.
Das Unschlitthaus in Nürnberg
In Begleitung von Gret überquerst Du die Pegnitz auf der Hallertorbrücke. Wie die Stadtmauer, ist auch dieses Bauwerk wieder aus dem gelb-roten Sandstein gebaut.
Es geht ein paar hundert Meter am Fluss entlang, flussaufwärts. Die Gerüche aus der Weißgerbergasse bleiben zum Glück schnell hinter euch zurück. Nach ungefähr 200 Schritten seid ihr schon am Unschlittplatz angelangt, ein quadratischer Platz mit flachem Kopfsteinpflaster. Ein Gebäude zieht mit seiner Größe sofort die Aufmerksamkeit auf sich: "Das ist das Unschlitthaus", sagt Gret stolz, als hätte sie höchstpersönlich bei der Erbauung geholfen und legt ihren Kopf in den Nacken, um bis zu höchsten Spitze des Treppengiebels blicken zu können.
Das Haus ist drei- oder sogar viermal so lang wie der Platz, ein zweistöckiges Gebäude . mit vier Reihen an flachen Dachluken im roten Ziegeldach. Auf dem Platz und in den Straßen, die herführen, herrscht reger Betrieb: Fuhrwerke und Fleischer hantieren mit Fässern und Kisten, die sie in das Haus bringen.
Gret erklärt das geschäftige Treiben: "Jeder Metzger muss hier seinen Talg, den er nach dem Schlachten produziert, verkaufen. Wenn der Talg erhitzt wird, heißt er auch Unschlitt. Daher rührt der Name Unschlitthaus."
Gret führt Dich einmal an der Längsseite entlang, damit Du ein Gespür für die Maße bekommst und damit sie Dir die Rückseite zeigen kann. Am hinteren Giebel steht das Gebäude nämlich direkt am Fluss.
"Bemerkenswert ist", erklärt sie und zeigt Dir die Stelle, "dass der Architekt Hans Beheim - der Ältere, es gibt nämlich auch einen Jüngeren - das Haus direkt an die Pegnitz gebaut hat. Es gab hier eine Grabenmauer, die Hans Beheim einfach für das Unschlitthaus genutzt hat."
Ihr steht vor einer überdachten Brücke. Wenn es regnet, ist dieser Ort bestimmt eine gute Zuflucht. "Das ist der Henkersteg", sagt Gret, "der so heißt, weil am anderen Ufer das Henkershaus von Meister Franz ist. Komm mit, ich zeige es Dir." ...Ihr betretet also den Henkersteg.
Plötzlich hält Gret inne: "Oder möchtest Du hier am Südufer an der Pegnitz entlang, zur Fleischbrücke?"
Plötzlich hält Gret inne: "Oder möchtest Du hier am Südufer an der Pegnitz entlang, zur Fleischbrücke?"
Bildquelle:
Von Keichwa, Lizenz: CC BY-SA 3.0, Link
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